„Wir haben gezeigt, dass wir engagiert und voller Tatendrang sind und dass wir ehrenamtlich ein Bierzelt auf die Beine stellen können“, sagte Bürgermeister Matthias Wallner. Weil man keinen Festwirt gefunden hatte, tat sich ein Team aus Privatpersonen zusammen und wuppte mit der Gemeinde und Vereinen das Fest. Richard Wirth hatte die Idee gehabt, das Jubiläum in Eigenregie zu organisieren – und es klappte wunderbar.
Nach „Mega-Rock“ am Samstag mit modernen, rockigen Tönen ging es einen Tag später mit voller Wucht zurück ins Mittelalter. Schon frühmorgens traf man am Festsonntag viele Neukirchner in bunten und historischen Gewändern.
Im alten Steinbruch fand zwischen Bäumen, dem Rauschen des Bachs und Vogelgezwitscher der Festgottesdienst statt, liebevoll organisiert von Angelika Brieger und mit Musik der Festspielblaskapelle, des Kirchen- und Festspielchors sowie der ganz kleinen Chorkinder, den „Martinis“.
Aus vielen Puzzleteilen gestalteten Vereine und Gruppen das Wappen Neukirchens, jeder fügte ein Teil hinzu. Zweite Bürgermeisterin Gabi Hastreiter sagte, 900 Jahre sei man gewachsen – und zwar zu dem Neukirchen, wie man es heute kenne. „Jedes Puzzleteil ist wichtig“, erklärte Pater Simeon. Der Rahmen sei der Glaube und die Kirche. „Das gibt Halt, wenn die Teile nicht zusammenpassen.“ Am Schluss sang der ganze Steinbruch noch zusammen das eigens geschriebene „Liad für Neikiacha“.
Alois Rainer hielt die Festansprache. Landrat Tobias Beck sagte später, er sei auf vielen Festen und daher bei vielen Gottesdiensten. Ein solcher wie in Neukirchen sei „wirklich hervorragend schee.“ Man sehe, dass die Gemeinde zusammenhält. Er wünschte alles Gute für das außergewöhnliche Jubiläum. Die Festansprache hielt Alois Rainer, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat. Er kennt das Dorf und seine Menschen. Als kleiner Bub hat der Haibacher schon gegen die Neukirchner Fußball gespielt, erzählte er. Auf das Fest könne man stolz sein, so Rainer. Er gratulierte zu 900 Jahren gelebter Entwicklung und gelebtem Ehrenamt. Das Motto „Mia hoit ma zam“ sei ein Synonym für Heimat, im Bayerischen Wald spüre er das besonders. Auch Josef Zellmeier, MdL, beglückwünschte Neukirchen, eine Gemeinde mit großer Zukunft, sagte er. „Alle Anerkennung für dieses große Fest.“ Und wer wie die Neukirchner so stark zusammenhalte, könne auch stark feiern.
Anschließend ging es zum historischen Festzug, dem nächsten Highlight der Feier. Viele Vereine und Gruppen hatten sich etwas einfallen lassen, vom Kindergarten über die Schule bis zum Tennisclub, dem Festspielverein und dem Frauenbund. Die Zuschauer jubelten kleinen Rittern und Burgfräulein zu, klatschten für edle Hofdamen und sahen echte Holzski und Hochräder von früher. 900 Jahre Geschichte marschierten etwa eine Stunde lang durchs Dorf. „Is des schee“, sagte eine Zuschauerin am Straßenrand. „Ganz was Besonderes.“
Bürgermeister Matthias Wallners Fazit am Montag fiel durchwegs positiv aus: „Bombastisch“, sagte er. „Freitag war das Zelt voll, bei Mega-Rock waren wahnsinnig viele Besucher da und am Sonntag war es superschön, vor allem natürlich der Festzug.“ Ob es nächstes Jahr ein Heimatfest gibt, werde bis zum Sommer entschieden. Ganz Schluss ist übrigens noch nicht: Nach dem Tag der Gemeinden und Behörden gestern gibt es am Mittwoch noch die Disconight der KLJB. –sep– Bogener Zeitung, Ausgabe vom 12. Mai, Seite 13 (Bilder und Text: Marie Schmid)

Festausschuss-"Präsident Richard Wirth (l.) u. Martin Sklarek

Festansprache Bundesminister Alois Rainer

Gemeinderat beim Festzug

Schrazln sind auch mit dabei




























